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Aktenzeichen NATUR 5 Asiatische Yakuza und Bakterielle Kampfstoffe

Aktenlage:
Sommer, Sonne, Ferienzeit. Frau Petra F. aus Oberhofen im Inntal bemerkt in ihrem Garten, dass ihre Buchsbaumhecke eigenartig zu riechen beginnt. Anfangs waren keine Schäden wahrnehmbar, doch an versteckten Stellen, hinter Sträuchern oder beim Holzzaun entdeckte Frau Petra kahle stellen – offensichtlich haben sich da auch Spinnen angesiedelt, den die Gespinste waren auf allen befallenen Stellen zu sehen. Es wurden sofort die Spezialkräfte der Pflanzenvielfalt alarmiert, um gegen die Spinnen vorzugehen, bevor sie sich ausbreiten konnten.

Erster Augenschein
 Als Frau Christiane von der Eingreiftruppe im Garten der Frau Petra F. ankam, war bei den betroffenen Stellen ein deutlicher „Buchsgeruch“ wahrnehmbar, was auf eine Schädigung der Außenhaut bzw. Verletzungen der Buchsblätter hindeutete. Bei genauerer Betrachtung der Gespinste konnten auch kleine grün-beige Kugeln sichergestellt werden – offensichtlich die Eigelege der Schädlinge.

Anfangsverdacht:
 Offensichtlich frisst irgendein Insekt oder Spinnentier die Buchsblätter an und fabriziert eine Menge dichten büschelartigen Gespinsten am Buchsbaum, in denen sich mehrere grün-beige Kügelchen befinden. Es handelt sich dabei aber nicht wie ursprünglich angenommen um Eier, sondern um die Kotkügelchen der Schädlinge die aus schlecht verdauten Buchsblättern bestehen. Es wurden Proben zur Untersuchung im Labor entnommen.

Untersuchung im Kriminaltechnischen Labor
Die kriminaltechnische Untersuchung ergab, dass die Gespinste auf dem Buchsbaum nicht von Spinnen, sondern von Schmetterlingslarven herrühren – genauer gesagt Cydalima perspectalis – dem Buchsbaumzünsler. Dieser kleine, nachtaktive Falter stammt ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum und wurde, man nimmt an, mit Pflanzenlieferungen bereits im Jahre 2006 oder 2007 nach Europa eingeschleppt.

Lösung des Falles:
 Die typisch grün-schwarz gefärbten Larven werden bis zu 5 cm lang und fressen vornehmlich am heimischen Buchsbaum (Buxus sempervirens). Der Entwicklungszyklus dauert – je nach Temperatur – zwischen 18 und 32 Tagen, das heißt, bei warmem Sommerwetter entstehen mehrere Generationen in dieser Buchshecke, was zu extremen Schäden bis hin zum Absterben des Buchsbaumes führen kann.

Gegenmaßnahmen:
Um effektive Gegenmaßnahmen setzen zu können gehört eine ständige Kontrolle des Buchsbestandes zu den Haupttätigkeiten des Buchsbesitzers. Kleine, nur wenige Millimeter große Larven (charakteristisch) mit schwarzem Kopfschild schaben die Unterseite des Buchblattes ab, größere Larven fressen die Blätter im Ganzen bzw. schädigen auch die Rinde der Buchstriebe, was zum Absterben des ganzen Triebes führen kann.

Als effektive Gegenmaßnahme hat sich ein „bakterieller“ Kampfstoff bewährt, der bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurde, um Kohlpflanzen auf biologische Weise vor den Larven des Kohlweißlings zu schützen. XenTari heißt das Präparat und ist nur für die Larven von Schmetterlingen schädlich. Werden die Blätter mit XenTari besprüht und anschließend gefressen, reagieren die Bakterienausscheidungen mit der Magensäure der Larven und kristallisieren. Die Larve hört auf zu fressen und stirbt schließlich ab.

Da der Buchsbaum nur von den Larven des Buchsbaumzünslers befallen wir, werden keine nützlichen Gartenbewohner gefährdet.

 

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