Mundraub
Aktenlage:
Wildermieming. Die Blüten der Rosen im Garten der Erika P. (Name der Redaktion bekannt) wirken zerfressen und stark beschädigt. Sie sind dicht mit glänzenden Grünen Käfern übersät.
Erster Augenschein
Vor allem an warmen Tagen sind diese Käfer auf verschiedenen Blüten im Garten sichtbar. Sie bevölkern vor allem Rosen, Holunder und Schneeball. Sie werden vom Nektar bzw. den Pollen der Pflanzen angelockt.
Neben dem Garten kommen diese Käfer in Waldlichtungen, Trockenwiesen und Waldrändern vor. Die Flugzeit der Käfer erstreckt sich von April bis September.
Anfangsverdacht:
Da die erwachsenen Käfer sich hauptsächlich von Blütennektar ernähren und die Larvenform nicht sichtbar unter der Erde lebt, glaubt man vielerorts, dass die Larven die Wurzeln der Pflanzen abfressen. Es wurden Larven in der Größe vergleichbar mit Maikäfer-Larven gefunden.
Untersuchung im Kriminaltechnischen Labor
Die Entwicklung der Larven dauert zwischen zwei und drei Jahren und findet meist verborgen in der Erde, im Komposthaufen oder in morschen Bäumen statt. Sie fressen abgestorbenes pflanzliches Material und schädigen die Pflanzen daher nicht, sondern sind wichtige Humusbildner in den heimischen Ökosystemen. Häufig findet man sie in Komposthaufen, wo sie grobes Material zersetzen.
Im Normalzustand sind die Larven der Käfer stark c-förmig gekrümmt. Doch sobald sie sich fortbewegen, strecken sie sich und robben mit wurmähnlich-pulsierenden Bewegungen auf ihrem Rücken davon. Übrigens: Diese Vorgehensweise unterscheidet sie von denen sich stark ähnlich sehenden Larven des Maikäfers, die im Gegenzug dazu bei der Fortbewegung gekrümmt bleiben.
Lösung des Falles:
Die adulten Käfer ernähren sich von den Pollen und dem Nektar der Pflanzen. Es gehören aber auch Blütenblätter, Staubgefäße zum Speiseplan der hungrigen Insekten. Daneben ernährt sich der Käfer von überreifen Früchten und gelegentlich auch vom Pflanzensaft verletzter Pflanze.
Keine Sorge: Der Rosenkäfer verursacht nur selten Fraß-Schäden an Ihren Gartenpflanzen. Er wurde im Jahr 2000 zum Insekt des Jahres gewählt – unter anderem für seine wichtige Rolle als Humusbildner und Bestäuber.
Gegenmaßnahmen:
Bei massenhaftem Auftreten kann es aber selten zu nennenswerten Schäden kommen – dann sammeln Sie – am besten in den Morgenstunden – die Tiere ab und bringen Sie sie an eine passende Stelle am Waldrand – sie stehen unter Artenschutz und sind daher geschützt, dürfen also nicht getötet werden.