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Aktenzeichen NATUR 6 Vandalismus im Kräuterbeet

Vandalismus im Kräuterbeet

Aktenlage:
Frau Sigrid M aus Pfaffenhofen wollte für das Abendessen noch Salbei aus ihrem Kräutergarten holen, die Kräuter waren allerdings stark beschädigt, die Blüten abgezupft und die Blätter zerrissen.

Erster Augenschein
 Die rasch herbeigerufene Nachbarin konnte zwar die Beschädigungen, aber keine Kotspuren oder Schädlinge feststellen. Nach der Aussage der Nachbarin sind in dem Garten kaum Schadinsekten zu finden, da der Garten von den verschiedensten Maisenarten streng bewacht werden. Sie führte dies auf die kontinuierliche Winterfütterung der heimischen Singvögel zurück. Diese Form des Vandalismus konnte nur in den Frühlingsmonaten beobachtet werden.

Anfangsverdacht:
 Da starker Wind oder Unwetter für die Beschädigungen als Ursache ausgeschlossen werden konnten, blieben nur wenige Verdächtige übrig:

  • Schnecken haben den Garten überfallen und eine Spur der Verwüstung übrig gelassen. Dagegen spricht aber das Fehlen von Schleimspuren und die untypischen Verletzungen der Blätter.
  • Raupen von Schmetterlingen oder Wespen: Diese Befallen zwar Kräuter aller Art, allerdings bleiben meist Kotkügelchen oder Gespinste zurück, was hier nicht der Fall ist.
  • Singvögel haben allzu brutal nach Schädlingen gesucht und die Pflanzenverletzung dabei verursacht.
  • Der Kater des Nachbarn, Herr Ulrich, hat das Kräuterbeet als Katzengras missbraucht und dabei die Beschädigungen verursacht.

Untersuchung bzw. Überwachung des Tatortes
Nachdem Herr Ulrich unter Hausarrest gestellt wurde, wurde das Kräuterbeet 3 Tage lang observiert. Es kam zu einem erstaunlichen Erkenntnisgewinn durch den Zielfahnder der Pflanzenvielfalt, Herrn Martin. Er beobachtete, dass Vögel, speziell Exemplare der Blaumeise immer wieder die Kräuterbeete aufsuchten und sich in besonders Aromatischen Kräutern eindeckten. Sie brachten die abgerissenen Kräuter zu ihrem Nest und kleideten das Nest mit diesen Duftsträußchen aus.

Lösung des Falles:
 Viele Vögel nutzen die Kräuter, um deren antiseptische bzw. antibakterielle oder sogar fungizide (pilzabtötende) Wirkung zu nutzen. Sie wirken außerdem als Repellent gegenüber Insekten und vergrämen diese durch ihren Geruch. Die Inhaltstoffe sind Kampfer, Limonen Cineol, Pulegon usw. Diese Hausapotheke vertreibt Fliegen, oder Parasiten wie Flöhe oder Federlinge aus dem Nest oder dem Nistkasten.
Folgende Kräuter werden gerne genutzt: Schafgarbe, Kerbel, Holunderblätter, Giersch, Weidenlaub, Salbei, Lavendel, Oregano, Gundermann, Fenchel Minzen und Thymian.

Giftfreie Gärten sollten nicht nur mit Nistkästen ausgestattet werden, sondern es sollte auch die Möglichkeit des Sammelns von Heu, Stroh und Kräutern in einem vogelfreundlichen Garten gegeben sein.

 

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