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Aktenzeichen NATUR 02: Vandalen im Rosenbeet

Aktenlage:
Tatort Telfs:
Eine Vorstandsvorsitzende des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins (aus Datenschutzgründen wird der Name verändert – wir nennen Sie „Tanja“) meldet, dass sich wahrscheinlich verschiedene Täter mit einem „Rießenlocher“ in Ihrem Garten herumgetrieben haben und Kreisrunde, sowie ovale Löcher mit ca. 1 cm Durchmesser aus den Blättern ihrer Rosen, den Schneebeeren und sogar aus ihrem Flieder gestanzt haben. Frau Tanja wörtlich: „Irgendjemand hat Großes Grünes Konfetti aus meinen Pflanzen gemacht!“

Erster Augenschein
Die erfahrene Zierpflanzen-Expertin und Gärtner-Meisterin Christina wird unverzüglich zum Einsatzort beordert und beginnt mit der Bestandsaufnahme. Es finden sich kreisrunde und ovale Fraßstellen vor allem auf den Rosen, aber auch auf Ahorn und Hortensien und sogar auf Wein. Obwohl in dem Biogarten vieles kreucht und fleucht, fehlt von den Tätern vorerst jede Spur.

Anfangsverdacht:
Die fast Perfekten Kreise lassen den Schluss zu, dass es sich um einen größeren Täter handeln muss, denn sowohl Dickmaulrüssler, wie auch der Gartenlaubkäfer scheiden hier aus, sie konnten glaubhaft ein Alibi vorweisen, weil sie ja am Tag schlafen und nur in der Nacht arbeiten. Die Löcher vermehren sich aber spannenderweiße hauptsächlich an trockenen Tagen.

Untersuchung im Kriminaltechnischen Labor
Die Begutachtung im Kriminallabor und die Mikroskopaufnahmen in den Räumen der Pflanzenvielfalt zu Telfs ergaben eindeutig glatte Schnittkanten, ohne Fehlversuche oder Verschnitt an den Blättern. Auch konnten keine Kotspuren oder Speichelreste festgestellt werden, was gegen das Ausfressen der Löcher spricht. Hier wurden wie mit einer Schere äußerst regelmäßige, kreisrunde oder ovale Löcher ausgeschnitten und die Blattteile entfernt.

Lösung des Falles:

Nach akribischen Untersuchungen und der Durchforstung von Fachliteratur konnte der Täter dann schließlich ermittelt werden. Er wurde durch die Expertin Christina auf Frischer Tat ertappt und vorübergehend festgenommen.

Es handelt sich um die Frau Megachile, eine Art der Blattschneiderbienen, die als heimische Wildbienenart besonders schützenswert ist. Sie schneidet ovale Löcher aus den Blättern und formt sie zu kleinen Tüten, so wie man sie vom Speiseeis kennt. Diese tüten werden im Totholz alter Bäume versteckt, ein Ei und Nahrung hineingefüllt und dann mit dem runden Schnittstück dicht verschlossen. So kann das Ei schlüpfen und die Larve mit einem Nahrungsvorrat heranwachsen, ohne in Gefahr zu laufen, gefressen zu werden.

Gegenmaßnahmen:
Da diese Wildbienenart ein nützlicher Befruchter ist, empfiehlt es sich hier nicht gegen diese Art vorzugehen. Wen die zerlöcherten Blätter stören, kann diese ohne Problem entfernen. Wenn sie aber an der Pflanze bleiben sind keine maßgeblichen Folgeerkrankungen wie erhöhte Anfälligkeit gegen Pilze bekannt.

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